Warteschleife

Jede Frau, die versucht schwanger zu werden und dabei den Zyklus über Nfp oder eine andere Methode beobachtet weiß, wann ihr Eisprung war. Wenn man nicht gerade Zyklusstörungen hat und vorher schon ewig auf den Eisprung warten musste, kommt dann die schlimmste Zeit im Zyklus: die Warteschleife.

Die ersten Tage gehen noch, weil da einfach noch nicht viel passiert sein kann. Aber so ab Tag 5, der Zeitraum, in dem die Embryonen anfangen sich in der Gebärmutter einzunisten, fängt man schon an auf die kleinsten Symptome im Körper zu achten.

Zwickt es gerade im Unterleib, weil es sich da jemand gemütlich macht? Habe ich leichte Blutungen wegen der Hormonumstellung oder ist es diese ominöse Einnistungsblutung, vor der immer alle sprechen? Soll ich es schon mal wagen einen Test zu machen oder lieber warten bis das Ergebnis eindeutig ist? Oder mach ich eine Testreihe mit diesen billigen Schwangerschaftstest, die ich mal im 50er Pack bei babytest oder Amazon bestellt habe?

Noch schlimmer als das Warten nach dem Eisprung in einem „normalen“ Zyklus, empfinde ich das Warten nach einem Transfer. Gestern sind zwei Embryonen in meinen Bauch eingezogen. Ich habe auf dem Ultraschall gesehen, wie die Kulturflüssigkeit, in der sie sich befanden, in meine Gebärmutter geflossen ist und ich habe erfahren, dass sie qualitativ besser waren, als die meisten meiner bisher transferierten Embryone. Ich habe tatsächlich zwei Embryonen in B-Qualität bekommen, anstatt der sonst üblichen C-Qualität. Einer ist zeitgerecht entwickelt, der andere einen Tag zurück, was aber bei Kryos nicht unüblich ist.

Und jetzt muss ich warten. Und ich hasse warten! Leute, die nicht durchmachen mussten, was ich durchmachen muss, sprechen häufig davon, dass man sich nur entspannen muss und dann wird das schon. Nur nicht so viel daran denken! Aber wie soll das bitte möglich sein? Wie soll ich das Wissen verdrängen, dass ich gerade zwei Embryonen in meiner Gebärmutter habe? So sehr ich es auch wollte, es geht einfach nicht.

Also warte ich. Mal mehr, mal weniger geduldig. Ich lenke mich ab, indem ich Bücher lese, arbeite und vielleicht sogar endlich dieses Buch zuende schreibe, das ich vor Monaten mal angefangen habe. Und in zwei Wochen weiß ich dann, ob sich das Warten gelohnt hat.

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