Muttertag…

Es gibt Tage im Jahr, die sind schwerer als andere. Ostern, weil man sich vorstellt, wie man den Kindern bei der Eiersuche zuguckt. Weihnachten, weil man an leuchtende Kinderaugen denkt, die zum ersten Mal den geschmückten Weihnachtsbaum betrachten. Und heute ist es eben der Muttertag. Für mich ist der Muttertag doppelt schwer, denn er erinnert mich daran, dass ich keine Mutter habe und daran, dass ich keine Mutter bin.

Natürlich gibt es eine Frau, die mich zur Welt gebracht hat, aber in den letzten Jahren habe ich erkannt, dass sie nicht die Bezeichnung Mutter verdient. Tatsächlich hängt es mit meinem eigenen Kinderwunsch zusammen, denn als dieser immer präsenter wurde, habe ich mir natürlich Gedanken darum gemacht, was ich mir für mein Kind wünsche und welche Mutter ich sein will. Ich meine jetzt nicht irgendwelche Erziehungsstile oder sowas, sondern ganz fundamentale Sachen:

Schutz. Liebe. Geborgenheit. Sicherheit. Vertrauen. Dinge, die mir in meiner Kindheit und Jugend oft verwehrt waren.

Manchmal fällt es mir dann schwer nicht sauer zu werden, wenn sich andere Menschen über ihre Eltern beschweren, denn ich hätte mir eine heile Familie mit Eltern, die mich lieben und beschützen, nur zu sehr gewünscht. Und da kommen wir auch zum zweiten Punkt, warum ich den Muttertag und viele andere Feiertage so scheiße finde: ich bin keine Mutter.

In meinem Lieblingsforum gibt es zwei Threads: einem, in dem die Leute die guten Erlebnisse des Tages aufschreiben und einen, in dem die Schlechten beschrieben werden. Heute wusste ich gar nicht welcher mich mehr ankotzt. Bei den Tops berichteten die Mütter von den süßen Gesten ihrer Kinder, was mich natürlich mega neidisch gemacht hat, und bei den Flops waren die üblichen Nörgelein, die mich immer so wütend machen, wie ich in diesem Blogpost schon einmal geschrieben habe. Am Ende des Tages ist es aber auch egal, welches Gefühl überwiegt, denn die Ursache ist dieselbe: unerfüllter Kinderwunsch.

Also verbringe ich den nächsten Muttertag kinderlos oder auch nur die Aussicht darauf, diesen Zustand zu ändern. Meine Hoffnung, dass die zweite HSK meine Chance erhöht schwanger zu werden schwindet mit jeder Stunde, in der sich meine Mens ankündigt und meine Laune ist hormonell- und situationsbedingt so schlecht, dass ich mir selbst mal wieder tierisch auf die Nerven gehe.

Scheiß Tag! Weitermachen.

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